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Rohstoffkosten belasten Mittelstand der Metallindustrie PDF Drucken E-Mail
Büdelsdorf - Vielen mittelständischen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland stehen schwere Zeiten bevor. «Immer mehr Unternehmen kommen durch die gestiegenen Rohstoffkosten, den starken Euro und die Kaufkraftvernichtung durch die Finanzmarktkrise unter Druck», sagt Ulrich Brocker, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall. Nach Jahren einer rasanten Aufwärtsbewegung habe die Branche nun mit neuen Herausforderungen zu kämpfen.

Anlässlich einer Werksbesichtigung der Ahlmann Baumaschinen GmbH in Büdelsdorf bei Kiel warnte Brocker vor den möglichen Folgen dieser Entwicklung. Früher hätte bereits eine dieser Belastungen ausgereicht, um die Unternehmen in die Knie zu zwingen. Allerdings sei die Metall- und Elektrobranche heute deutlich stabiler aufgestellt.

«Ahlmann ist ein typisches Unternehmen für die deutsche Metall- und Elektroindustrie», sagte Brocker. Die Ahlmann GmbH ist einer von etwa 22.000 Betrieben der Branche in Deutschland. Die mittelständische Firma stellt seit mehr als fünfzig Jahren große Baumaschinen her, unter anderem Schwenklader und Bagger. Die Auswirkungen der genannten Probleme bekommt sie bereits zu spüren.

«Auf der einen Seite rutschen uns die Absatzmärkte weg, auf der anderen Seite explodieren uns die Rohstoffkosten», sagte Ahlmann-Geschäftsführer Benedict Dunkelberg. Der Einbruch sei «wirklich erdrutschartig». Noch vor vier Wochen habe er nicht mit einem derartigen Wegbrechen der Absatzmärkte gerechnet. Die Umsatzprognose für 2008 sei bereits nach unten korrigiert worden.

Abhängigkeit vom schwächelnden Weltmarkt

Als Beispiel für die Kostenexplosion nannte er den Stahlpreis, der von maximal 430 Euro pro Tonne im Jahr 2005 inzwischen auf weit über 1.000 Euro hochgeschnellt sei. Auch die Energiekosten seien immens gestiegen. Im Vergleich zu Lohnkosten von etwa acht Millionen Euro liege das Gesamtvolumen für den Rohstoffeinkauf derzeit bei rund 25 Millionen. Die Mehrkosten in diesem Bereich schätzt er für das Jahr 2008 auf etwa zwei Millionen Euro.

Die Rohstoffkostenerhöhung wirke quasi als Beschleuniger des wirtschaftlichen Abschwungs, warnte Dunkelberg. Bei boomenden Märkten wären die enormen Preissteigerungen nicht so kritisch, da sie dann zum Teil an die Kunden weitergereicht werden könnten. Bei den derzeit wegbrechenden Märkten sei dies aber nicht möglich.

Zwar gingen laut Gesamtmetall im April und Mai 2008 noch vier Prozent mehr Aufträge ein als im Vorjahreszeitraum. Aber während die Inlandsnachfrage im Vergleich zu den letzten Monaten relativ stabil blieb, war im Exportgeschäft ein deutlicher Rückgang zu beobachten. Da die deutsche Metall- und Elektroindustrie zu 75 Prozent vom Export lebt, ist sie in hohem Maße vom Weltmarkt abhängig.

Wettbewerbsfähig durch Spezialisierung

Das gilt auch für Ahlmann. «Wir stehen in Wettbewerb mit Global Playern wie Caterpillar und Volvo», sagte Dunkelberg. Als mittelständisches deutsches Unternehmen müsse man sehr innovativ sein und Nischen besetzen. Ahlmann sei nur wettbewerbsfähig, weil man sich auf hoch spezialisierte Fahrzeuge konzentriere. Deutschland ist laut Gesamtmetall immer noch einer der weltweit teuersten Metall- und Elektro-Standorte mit den bestbezahlten Arbeitern.

Der Ahlmann GmbH ist es mit Umstrukturierungen und Modernisierungen seit 2004 gelungen, die Maschinen-Stückzahl bei gleichbleibender Mitarbeiterzahl zu verdoppeln. Aber jetzt sei das Limit erreicht, konstatierte Dunkelberg: «Wir haben nicht mehr viele Schrauben, an denen wir drehen können.»

 

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